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Goldie Hawn: "...Seither versuche ich täglich zu meditieren." Drucken E-Mail
Samstag, den 11. August 2007 um 16:25 Uhr
Goldie Hawn
Goldie Hawn
Aus enem aktuellen Interview mit der bekannten Schauspielerin Goldie Hawn, das am 10.8.07 auf www.welt.de veröffentlicht wurde:
 
(Zitat)
Seit ihrem letzten Film, „Banger Sisters“, sind fünf Jahre vergangen, und doch sind Fans gar nicht dazu gekommen, die Oscarpreisträgerin zu vermissen. Das mag daran liegen, dass ihre Komödien noch immer in allen Sendern rauf und runter laufen, oder daran, dass ihre Tochter Kate Hudson wie eine junge Version der 61-Jährigen wirkt. Nach dem Gespräch mit ihr steht jedenfalls fest: Goldie Hawn ist nicht lustig, sie ist glücklich. Dank ihrer höchst esoterischen Sicht auf die Dinge.
 
WELT ONLINE: Haben Sie schlechte Laune?
 
Goldie Hawn: Nein, absolut nicht. Warum? Wirke ich so?
 
WELT ONLINE: Das war eher eine rhetorische Frage. Schließlich haben Sie das Image, ein Sonnenscheinchen zu sein. Woher kommt das eigentlich?
 
Hawn: Als ich noch ein Kind war, fragten mich die Leute: „Was willst du werden, wenn du groß bist?“ Und ich sagte: „Glücklich.“ Schon damals fiel mir kein wichtigeres Lebensziel ein. Natürlich ist es nicht so, dass ich alles andere in der materiellen Welt vernachlässigt hätte. Ich begann als Tänzerin und arbeitete hart an meinem Handwerk, aber unter der Oberfläche des Erfolgs gab es für mich immer noch etwas Tieferes, das uns als menschliche Wesen antreibt.
 
WELT ONLINE: Eine besonders originelle Erkenntnis ist das aber nicht.
 
Hawn: Es geht ja auch gar nicht darum, originell zu sein, sondern wahrhaftig. Ich glaube, dass wir alle das gleiche Ziel haben. Und die Frage ist: Wie kommen wir dahin? Was geschieht dabei mit unserem Gehirn? Warum lächeln wir, wenn wir sechs Jahre alt sind, fast 600-mal am Tag, und wo geht dieses Lächeln hin? Diese Fragen faszinieren mich vom medizinischen Standpunkt genauso wie von dem spirituellen und metaphysischen. Deshalb möchte ich auch einen Dokumentarfilm über das Phänomen der Freude machen. Wobei ich darunter keine verrückte Euphorie verstehe, sondern die Fähigkeit, das Leben optimal zu erfahren.
 
WELT ONLINE: Woher kommt denn diese Lust auf die Glückssuche?
 
Hawn: Darauf hatte mein Vater großen Einfluss. Er war ein Philosoph, ein Zigeuner und ein begabter Musiker, der mich ständig herausforderte. Jeden Tag fragte er mich: „Okay, Mädel, auf einer Skala von eins bis zehn, wie war dein Tag? Hast du heute etwas gelernt, was du noch nicht wusstest?“ Mit solchen Fragen brachte er mich dazu, mein Leben zu hinterfragen.
 
WELT ONLINE: Aber das machen ja in der Regel eher unzufriedene oder unglückliche Menschen.
 
Hawn: Es gab ja auch immer wieder Phasen der Unsicherheit. Letztlich begann ich mit der Suche nach etwas Höherem, als ich elf war. Das war in der Hochzeit des Kalten Krieges, als wir in der Schule trainierten, wie wir uns bei einem Atomschlag verhalten sollten. Noch nie hatte ich meine eigene Sterblichkeit so gespürt, ich war völlig durcheinander. Daher griff ich erst mal zur Bibel, um Dinge zu finden, die meine Seele ansprachen. Aber als ich älter wurde, spürte ich, dass da noch etwas Größeres war, ein größerer Plan, ein größeres Bewusstsein, eben keine Vaterfigur mit Bart, langem Haar und Stab. Selbst in den subatomaren Partikeln gibt es noch Bewusstsein.
 
WELT ONLINE: Wie haben Sie denn dieses Bewusstsein in den subatomaren Partikeln gefunden?
 
Hawn: Das sehen Sie doch überall. Das ist das Wunder der Schöpfung. Wie weiß zum Beispiel eine Nasenzelle, dass sie sich mit anderen Nasenzellen zusammenfügen muss, damit eine Nase entsteht? Aber Sie können es auch selbst spüren. Ich weiß noch genau, wie ich zum ersten Mal Transzendentale Meditation machte. Das war 1972 – ich begann mein Mantra zu rezitieren, und auf einmal begann ich zu kichern. Ich fühlte eine so unglaubliche Verbindung zu meiner Seele, eine so kindliche Freude, die mich unvorstellbar innerlich kitzelte. Dann begriff ich, dass das mein großes Elixier war, nicht etwa Sex & Drugs & Rock'n'Roll. Seither versuche ich täglich zu meditieren. Auf meinen Reisen um die ganze Welt habe ich alle großen Religionen studiert. Egal, an welchen Gott du glaubst, oder selbst wenn du gar nicht an ihn glaubst, gibt es Möglichkeiten, diesen seelischen Frieden und die Verbundenheit mit allem Leben zu spüren.
 
WELT ONLINE: Vielleicht hätten Sie eher Guru werden sollen als Schauspielerin.
 
Hawn: Ich stieg eben aus einer Schachtel, und auf der stand „Komödiantin“. Aber im Grunde meiner Seele bin ich nicht einfach eine Ulknudel. Deshalb schrieb ich ja vor ein paar Jahren auch meine Autobiografie, „Der Lotos wächst im Schlamm“, in der ich meine Einsichten und Erfahrungen vermitteln wollte. Und im nächsten Jahr führe ich Regie bei meinem Film „Ashes of Time“ über eine Frau, die mit der Asche ihres Mannes nach Indien reist. Die Zeiten, in denen ich einen Streifen nach dem anderen gedreht habe, sind vorbei. Ich mache nur noch Projekte, die wirklich eine Bedeutung für mich haben. ...
 
 
 
 
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